Donnerstag, 2. März 2006
Gestern war es also soweit - ich sollte gemustert werden. Hier meine Erfahrungen des gestrigen Tages:
12:30 Uhr
Absolut pünktlich betrete ich um halb eins das Gebäude des Kreiswehrersatzamtes. Ein paar Schritte später spreche ich den Pförtner an, der durch eine Glasschreibe von mir getrennt ist und irgendwo in der Gegend umherschaut. Als ich darstelle, was mein Anliegen ist, quatscht er irgendetwas Unverständliches in sein Mikrofon und nimmt seine Ausgangshaltung wieder ein. Mein höfliches Nachfragen ignoriert er vollkommen und starrt mit halb-offenem Mund weiter in die Empfangshalle. Ein wenig lauter "Entschuldigung, ich habe Sie nicht verstanden. Wohin muss ich, bitte?" und er reagiert tatsächlich. Ich solle eine Treppe höher und mich dort anmelden. Na bitte, geht doch.
Ich leiste seinen Worten also Folge und begebe mich ins erste Obergeschoss. Dort warte ich kurz, bis der Empfang wieder besetzt ist und verbringe 5 Minuten bei einem jungen Mann in grauer Militärkleidung, der meine Einladung sehen möchte und anschließend meinen Verdacht bestätigt: Er drückt mir einen Zettel in die Hand. Dieser "Laufzettel" sei für die nächsten "2 bis 3 Stunden" mein "ständiger Begleiter" und ich werde die Etappen, die auf dem Zettel gelistet sind, durchlaufen. Meine nächste Station sei nun der Empfang im zweiten Stock. Schon jetzt nehme ich Gemeinsamkeiten mit Asterix wahr.
Im zweiten Obergeschoss angekommen laufe ich an den zwei Pfeilen, die mir sinngemäß mitteilen, dass ich bloß nicht diese Räume aufsuchen solle, da der Empfang zwei Räume weiter sei, vorbei und gerate an zwei quatschende Damen, die sich auch durch mich nicht von ihren Gesprächen ablenken lassen. Wortlos warte ich auf die Bearbeitung meines schweigend entgegengenommenen Laufzettels und werde nach weiteren 4 Minuten in den gegenüberliegenden Warteraum geschickt.
"Musterung (Bericht)" vollständig lesen
Mittwoch, 1. März 2006
Heute bin ich nun also auf meine Wehrtauglichkeit überprüft worden. Nach dieser einmaligen Erfahrung beträgt meine Tauglichkeits-Signierziffer 5, was in Worten beduetet, dass ich als nicht wehrdienstfähig eingestuft worden bin.
Ein detaillierter Bericht dieses bürokratischen Erlebnisses folgt morgen oder in den nächsten Tagen.
Dienstag, 28. Februar 2006
"Wer hat denn Aufgabe 2 schon fertig?"
Ich melde mich, wahrheitsgemäß
"Gut Sven, dann arbeiten Sie sich einfach bis Aufgabe fünf durch"
"Gut, mach ich"
"An welcher Aufgabe arbeiten Sie denn jetzt?"
"Aufgabe 5"
"Gut, äh ... dann verschönern Sie einfach die Oberfläche ein wenig"
Ich liebe PHP - so beginne ich wenigstens einen Tag in der Schülerwoche mit weiterer Erholung und Spaß an der Sache.
Donnerstag, 23. Februar 2006
Zwischen Mittagessen und Hausarbeiten wollte ich eigentlich noch ein wenig mit meiner Familie quatschen. Da der Fernseher jedoch nebenbei lief, wurde dieses Gespräch schon nach kurzer Zeit durch das spannende Parallel-Riesenslalom (Snowboard) der Damen unterbrochen, das auch ich - selbst überrascht - als recht spannend empfand.
Kurz vor Ende der Achtelfinal-Qualifikation richtete sich dann die Aufmerksam auf Amelie Kober, die einzige verbliebende Deutsche der letzten acht und die gleichzeitig jüngste Teilnehmerin dieses Wettbewerbs. Der Satz des Kommentators, das Achtelfinale sei ihr Ziel gewesen, ließ zwar den nüchternen Realismus einkehren, änderte aber nichts an der Solidarität, die man seinen eigenen Landsleuten gegenüber aufrecht erhalten muss :-)
Und so gelang dem Mädchen, das mit ihren 18 Jahren ein Jahr jünger ist als ich, die Überraschung: In knappen Rennen gab sie gegen Ende immer genug Gas, um die Rennen zu gewinnen. Auch im Finale zeigte sie eine überragende Leistung, bis sie schließlich im zweiten Rennen stürzte. Trotzdem gab es allen Grund zum Jubeln.

Meinen Glückwunsch und ein Dankeschön für kurzweilige und spannende Unterhaltung im drögen Mittagsprogramm!
Quelle: FAZ.net
Ein eisiger Hauch des Schweigens umgibt die bisherigen Erkenntnisse unserer Abiturklausuren. Anscheinend möchte sich später keiner der Lehrer den Schuh anziehen, zuviel verraten zu haben. Was die Klausuren in Geschichte angeht steht zumindest eines fest: Seit gestern liegt der Entscheidungsprozess nur noch beim Prüfungsvorsitzenden, dessen Eingreifen jedoch recht unwahrscheinlich sein dürfte. Dennoch gilt es noch dreieinhalb Monate lang, Geduld zu bewahren und in Ruhe auf die Zensuren zu warten.
Worüber sich unsere Lehrerin jedoch schon jetzt ausgelassen hat: Punkteabzüge für Rechtschreibung. Dass ich die einzige Person des Kurses bin, die keinen Abzug bekommen hat, sorgt während des Wartens für zusätzliche Zuversicht.
Weiterhin deuten alle Indizien darauf hin, dass sowohl Geschichte als auch die anderen Klausuren halbwegs gut ausgefallen sind. Es gilt also: Blick nach vorne, Ohren steiff halten und nicht resignieren. Na dann wollen wir mal.
Mittwoch, 22. Februar 2006
Durch meine Erkrankung habe ich nicht nur mein Schlafpensum spontan auf knapp 24 Stunden erhöht - und somit fast die Hälfte des gestrigen und des heutigen Tages verschlafen - sondern auch noch das Curse-Konzert verpassen müssen, das gestern Abend stattfand.
Als "Ausgleich" dazu konnte ich das enttäuschende 1:1 des deutschen Rekordmeisters Bayern München gegen den AC Mailand sehen und weiß zudem, dass das Maskottchen der Biathlon-WM 2007 in Antholz Bumsi heißt (vgl. Süddeutsche Zeitung).
Der einzige Wehrmutstropfen ist dann wohl der Film Memento, den ich schon seit Jahren nicht mehr gesehen habe. Ein Ausgleich im eigentlich Sinne dürfte dies aber auch nicht sein.
Dienstag, 21. Februar 2006
Danke, gleichfalls - obwohl heute Dienstag ist.
Montag, 20. Februar 2006
Wohl ein netter Vorgeschmack auf nächsten Mittwoch, als ich mir heute eigentlich nur ein Attest für eben jenen Zweck vom Orthopäden holen wollte. Geschlagene dreieinhalb Stunden hat dieser Besuch gedauert.
In stickiger, ermüdender und teilweise unfreundlicher Atmosphäre (auf andere wartenden Personen bezogen) habe ich es allerdings wenigstens geschafft, eine gesamte Novelle durchzulesen. Nun kann ich mir in einer Woche das Schreiben für den Stabsarzt sowie meine Röntgenbilder abholen. Vielleicht ging es so doch nicht schneller - aber das stellt sich erst noch heraus.
Nach diesem Arztversuch, der zwei Gespräche und einmal Röntgen beinhaltete, fühle ich mich kranker als vorher (ich hasse Erkältungen ...) - was für ein zynisches Paradoxon des Alltags.
Montag, 13. Februar 2006
Am vorgestrigen Abend lief erneut eine Folge "Hautnah - Die Methode Hill". Nachdem vergangene Woche die letzte bisher abgedrehte Episode zu sehen war, begann gestern die erste Staffel - wahrscheinlich von neuem.
Nachdem ich so binnen kürzester Zeit die beiden chronologisch entferntesten Folgen - diesmal auch vollständig - gesehen habe, erscheint mir eine ausführlichere Betrachtung als das letzte Mal durchaus angemessen. Nicht zuletzt auch deswegen, weil dieser Beitrag mittlerweile zum beliebtesten Beitrag von Leuten geworden ist, die anscheinend nach weiterführenden Informationen gesucht haben. Ich denke, dass dies durchaus für die Qualität der Reihe sprechen dürfte.
""Hautnah - Die Methode Hill" (Rezension)" vollständig lesen
Freitag, 10. Februar 2006
Auch wenn ich im Normalfall wenig für solcherlei Formate zu begeistern bin, war der gestrige Bundesvision Song Contest eine Pflichtveranstaltung. Zum einen, weil es eine Menge deutscher Künstler auf einem Haufen zu sehen gab, zum anderen, weil das restliche Fernsehprogramm auch nicht viel hergab. Mittlerweile ist es ja leider schon normal geworden, jede Sendung mit einem Schwall von Moderationen, Zusatzinformationen und Werbung in die Länge zu ziehen. So lohnte sich auch dieses TV-Spektakel auf Pro 7 eigentlich nur, um nebenbei angesehen zu werden, solange sich die Aufmerksamkeit im richtigen Moment auf die Mattscheibe konzentrieren konnte.
"Bundesvision Song Contest 2006" vollständig lesen
|