Mittwoch, 8. Februar 2006
Dass die Franzosen uns in Sachen Urheberrecht an Innovation voraus sind, weiß ich spätestens seit der dortigen Diskussion um die so genannte Kulturflatrate. Anstelle von ständigen Verboten, Regulierungsdruck und Sanktionsandrohungen zeigen die Franzosen hierbei doch beachtliche Lebensnähe.
Mit einer noch viel liberaleren Auslegung, die Filesharing für legal erklärt (Heise Online berichtet), hätte ich jedoch nicht - bzw. nicht so schnell - gerechnet. Zudem hat der Käufer das Recht auf Privatkopien, das ihm kein Label verwehren darf.
Ich denke, von dieser Mentalität im Umgang mit Urheberrecht könnten wir uns ruhig das eine oder andere abschauen. Nicht zuletzt, weil sich dann Probleme bei der Strafverfolgung sowie zweifelhafte Ermittlungsmethoden von vornherein erledigt hätten. Weniger Ermittlungen, weniger Kosten und vor allem dennoch weitere Einnahmen für die Musik- und Filmindustrie wären doch wirklich eklatante Verbesserungen.
Auch, wenn die Zukunft Kino Marketing GmbH in diesem Fall wohl weniger zu tun hätte.
Seit der "Operation Boxenstopp" sind mittlerweile gute zwei Wochen vergangen und die betroffenden Raubkopierer sind mittlerweile vollends vergessen; zumindest beinahe. Denn das Hauptaugenmerk fokussiert sich derzeit immer mehr auf die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen - kurz GVU -, die anscheinend selbst recht stark involviert ist. Ein weiterer Artikel zu diesen Beschuldigungen ist gestern bei der Süddeutschen Zeitung erschienen.
Interessant finde ich in diesem Zusammenhang, dass die GVU keine der vorgeworfenen Taten bestreitet, sondern sie viel mehr noch rigoros zu verteidigen scheint. Auch die Statements des Geschäftsführers lassen mich weiter aufhören. Vor allem folgendes:
Sicher, staatliche Behörden dürften so nicht agieren. Insofern habe man die Nicht-Staatlichkeit der GVU für diese besondere Form der Ermittlungen genutzt. Doch lediglich in der Funktion eines „Katalysators“. Schließlich sei auch nichts Unrechtes geschehen.
Wenn ich das richtig verstehe, dann sagt Jochen Tielke, dass die GVU mehr Rechte als staatliche Behörden - sprich: die Polizei - habe. Das wage ich persönlich zu bezweifeln. Dass "nichts Unrechtes" geschehen sei bedeutet in diesem Zusammenhang doch, dass das Bereitstellen von Infrastruktur und geschütztem Material keine unrechten Handlungen darstellen, oder? ;-)
Aber auch weitere Schlussfolgerungen lassen sich aus den Ausführungen ableiten:
Die auf den GVU-Servern zum „Raub“ angebotenen Filme seien dort im Einverständnis mit den Rechte-Inhabern abgelegt worden.
Bedeutet dies, dass das Material auch weiter kopiert werden darf? Somit könnte man bei Peer-to-Peer eigentlich auch nicht mehr sofort von unrechtmäßigen Quellen ausgehen. Wenn es Rechteinhaber gibt, die ihr Einverständnis zur Bereitstellung geben, dürften die Grenzen hier sehr leicht verschwimmen. Ich bin sehr auf die weitere Entwicklung gespannt.
Wer anderen eine Grube gräbt ...
Dienstag, 7. Februar 2006
Nachdem ich auf meine schriftlichen Anfragen via Fax und E-Mail keine Antworten erhielt, habe ich heute die Gabriele-von-Bülow-Oberschule angerufen und nachgefragt, ob es möglich sei, schulübergreifend am dortigen Tischtennis-Sportkurs teilzunehmen.
Da die zuständige Person allerdings nicht anwesend war, habe ich auch einen zweiten Anruf getätigt und schließlich einen zuständigen Lehrer am Telefon gehabt. Auf meine erneuten Ausführungen reagierte er wissend; anscheinend hatte ihn die erste Dame, die ich am Telefon hatte, eingeweiht. Denkste ...
Mitten im Gespräch kommt plötzlich und unerwartet folgende Frage: "Wer war das eigentlich? Deine Freundin?" Nach einiger Ratlosigkeit erklärt er mir, ein "weibliches Wesen" habe ihn heute Morgen auf diesen Zusammenhang angesprochen, nur daher wisse er auch über die Problematik bescheid. Nach einigem Grübeln komme ich letztendlich darauf, dass ich wirklich eine Freundin an der Bülow habe, die sogar darüber bescheid wissen könnte. Soweit also alles in Ordnung. Glaube ich zumindest.
Denn jetzt erfahre ich, dass diese Freundin heute den ganzen Tag krank im Bett verbracht hat. Merkwürdig, sehr merkwürdig.
Das eigentliche Resultat fiel hingegen erwartet bürokratisch aus: Eigentlich sei der Kurs wohl voll, aber es bestehe die Möglichkeit einer anderweitigen Regelung über den Kurs der 2. Leistungsstufe; dafür solle ich doch einfach vorbeikommen und den entsprechenden Lehrer ansprechen.
Das klingt nicht nur irgendwie unsinnig, sondern ist es bei näherer Betrachtung tatsächlich. Ich fahre also als schulfremder Schüler in eine fremde Schule, um einen fremden Lehrer zu suchen, den ich - wenn ich ihn denn gefunden habe - von einer utopischen Notlösung meiner Kursteilnahme überzeugen soll, die sich auch noch gegen die Schulbestimmungen richtet.
Seit wann sind Sportlehrer keine Beamten mehr? ;-)
In seinem neusten Eintrag "Karikaturen und ihre Wirkung" stellt Andy die Zusammenhänge des mittlerweile bald 3-monatigen Konflikts um die Karikaturen der dänischen Zeitung "Jyllands-Posten" sowie der weiteren außenpolitischen Situation dar. Knapp und präzise. Für die persönliche Einschätzung volle Zustimmung.
Sonntag, 5. Februar 2006
Die Journalisten scheinen sich einig zu sein. Denn im Prinzip beschreibt Susanne Weingarten von Spiegel Online die selben Auswirkungen auf das Medium Fernsehen, wie auch die schon erwähnte digitale Revolution. Die interessante Zusammenfassung und Analyse wird diesmal unter dem Titel "Der Intendant im Wohnzimmer". Das Ende der Talkshows und Volksmusikabende scheint also in greifbarer Ferne zu sein :-)
Zum Thema Volksmusik passt auch der gestrige Blog-Eintrag von Jörg-Olaf Schäfers über Parallelgesellschaften.
Samstag, 4. Februar 2006
Der zweite Tag in der Welt von WarCraft verlief um einiges besser und freundlicher als der letzte. Langsam finde ich mich in diese Welt ein, begreife Funktionen und Möglichkeiten und bezwinge meine Gegner.
Mittlerweile ist meine Hexenmeisterin auf dem Server Anub'arak auf Stufe 13 und nimmt fleißig am Weltgeschehen teil. Dass das Spiel selbst bei hintergründigen Programm- und Trafficaktivitäten flüssig und ohne Probleme weiterläuft zeugt, vor allem nach meiner letzten Spielerfahrung mit dem Tempel des elementaren Bösen, von einer vernünftigen Verarbeitung; obwohl hier natürlich der Vorteil der dauerhaften Fehlerbehebung zu verbuchen ist.
Alles in allem gerate ich wohl langsam in den Bann des Spiels und begeistere mich auch an den, zugegebener Maßen recht einheitlich aufgebauten, Quests. Mal sehen, was die nächsten Tage so bringen ...
Freitag, 3. Februar 2006
Da mein Alltag derzeit recht fantasylastig ist, habe ich mich dazu entschlossen, nichts anbrennen zu lassen und mich unter diesem Einfluss an das wohl größte Massive Multiplayer Online Roleplaying Game zu wagen: World of WarCraft. Nicht zuletzt natürlich, weil einige Kumpels von mir dieses Spiel schon recht lange spielen und sich - zumindest größtenteils - sehr begeistert davon zeigen.
So habe ich die letzten Stündchen damit verbracht, dieses Spiel ausgiebig zu testen. Nach der ziemlich langen Installation, auf die eine lange Download- und Installationsphase verschiedener Patches folgte, lief das Spiel prompt reibungslos. Auch die Grafik macht trotz meiner nicht mehr allzu neuen GeForce Ti 4200 keine Mucken und so gab es bisher ein recht flüssiges Spielvergnügen ohne Konsequenzen.
Dennoch will der Funke - zumindest bis jetzt - nicht überspringen. Der oft geschilderte Suchtfaktor sowie der grenzenlose Spielspaß stellten sich bei mir noch nicht ein. Die Welt ist ganz nett, die Steuerung unkompliziert und die zu gehenden Wege recht lang, aber bisher kann ich weder den Hype um das Spiel noch das darum herrschende Dauerspielen nachvollziehen. Vielleicht stellt sich dies aber auch erst später ein; bin ja schließlich erst Level 8.
Mal sehen, ob sich meine Impressionen während der Testphase noch grundlegend ändern.
Donnerstag, 2. Februar 2006
Nachdem ich die Tage zuvor damit zugebracht habe, den Tempel des elementaren Bösen von jeglichem dunklen Einfluss zu befreien, gab es seit gestern Nachmittag den nächsten Fantasy-Schub: die gesamte Trilogie "Der Herr der Ringe" in der 'Special Extended DVD Edition', das bisher größte Fantasy-Filmwerk aller Zeiten.
So habe ich knapp 12 Stunden bis in die Nacht damit zugebracht, den Abenteuern von Helden, großen Schlachten und fiesen Monstern zuzusehen. Da mein Kumpel, aufgrund einiger spontan auftretender privater Termine, mich leider nach den ersten zwei Filmen allein ließ, schaute ich mir den letzten Teil alleine an.
Bisher hatte ich nur den ersten Film in der erweiterten Fassung gesehen; die anderen beiden ausschließlich im Kino. Das Epos, das Peter Jackson und allen Beteiligten hier gelungen ist, kann ich nur als phänomenal beschreiben. Die erweiterten Szenen gliedern sich vollständig in den restlichen Filmverlauf ein und geben einen tieferen Einblick in die von Tolkien gestaltete Welt und die Charaktere. Trotz des neuen Filmmaterials von insgesamt ca. 129 Minuten sind noch eine Menge Fragen offen; mal sehen, ob ich mich in nächster Zeit mal an Literatur wage, die in der Lage ist, diese Fragen zu beantworten.
Zudem spiele ich derzeit mit dem Gedanken, mir das DVD-Box-Set meines Kumpels ebenfalls zuzulegen. Bei einem Preis von derzeit 18,- € pro Film, von denen nur die Hälfte der jeweils 4 DVDs das eigentlichen Filmmaterial enthält, gerät man doch schon ins Grübeln. Vielleicht eine schöne Idee für meinen nächsten Geburtstag; der ist ja nun schon in 4 Monaten.
Ach ja: Natürlich gibt es von mir volle 10 Punkte.
Mittwoch, 1. Februar 2006
Mensch, da hat sich das Kreiswehrersatzamt Berlin aber ganz schön Zeit mit mir gelassen. Denn nachdem alle mir bekannten Jahrgangsschüler bereits seit mehr als einem Vierteljahr schon gemustert sind, habe ich vorhin meinen Musterungsbescheid aus dem Briefkasten geholt. Anscheinend wollte man sich das Beste bis zum Schluss aufheben ;-)
Nun werde ich also gebeten am 1. März, einem Mittwoch, im Kreiswehrersatzamt zu erscheinen, um mich auf diverse Dinge prüfen zu lassen. Das wird sicherlich spaßig. Derzeit male ich mir ungefähr folgendes aus: Zwischen den Bürokratiegängen (vgl. Asterix erobert Rom, hehe) werde ich eine Menge Wartezeit verbringen.
Um diesem Formalismus, der mich erwartet, gleich entgegenzukommen, werde ich dann wohl demnächst bei meinem Arzt auftauchen. Auch wenn betont wird, dass dies nicht nötig sei, da die Ausgaben nicht erstattet werden können. Ich bezweifle jedoch, dass dem Kreiswehrersatzamt eine Computertomographie lieber wäre. Die Kosten für entsprechende Bescheinigungen trage ich in diesem Fall gerne. Schließlich will ich weder dem Staat zur Last fallen, noch den entsprechenden Ärzten zuviel Arbeit aufbürden.
Ich weiß, ich bin großmütig. Außerdem geht es so schneller.
Weiterführende Links
Bericht über die Musterung
Dienstag, 31. Januar 2006
Hinweis: Der Artikel ist für Leser geschrieben, die mit den D&D-Regeln vertraut sind. Einen ausführlicheren - und für regelunkundige Leser geeigneten - Beitrag von mir gibt es hier.
Das erste Spiel dieser Ferien hat heute seinen Abschluss gefunden. Als eingefleischter Pen&Paper-Fan, der sich in letzter Zeit verstärkt mit den Regeln von Dungeons & Dragons auseinandergesetzt hat, war ich über die Entdeckung dieses Spiels sehr erfreut, da es beinahe vollständig die neuesten Dungeons & Dragons-Regeln der aktuellen 3.5er-Version umsetzt. Dass in einem Videospiel jedoch einige Dinge modifiziert oder weggelassen werden müssen, versteht sich von selbst.
Mein Enthusiasmus nach Erwerb des Spiels wurde leider bald getrübt. Glücklicherweise hatte ich mich im Voraus informiert und mir gleich die englische Originalversion zugelegt, aber dazu später mehr.
"Der Tempel des elementaren Bösen" vollständig lesen
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