Auch wenn ich im Normalfall wenig für solcherlei Formate zu begeistern bin, war der gestrige Bundesvision Song Contest eine Pflichtveranstaltung. Zum einen, weil es eine Menge deutscher Künstler auf einem Haufen zu sehen gab, zum anderen, weil das restliche Fernsehprogramm auch nicht viel hergab. Mittlerweile ist es ja leider schon normal geworden, jede Sendung mit einem Schwall von Moderationen, Zusatzinformationen und Werbung in die Länge zu ziehen. So lohnte sich auch dieses TV-Spektakel auf Pro 7 eigentlich nur, um nebenbei angesehen zu werden, solange sich die Aufmerksamkeit im richtigen Moment auf die Mattscheibe konzentrieren konnte.
Es wurde wohl viel Traffic in der letzten Nacht verursacht. Größtenteils natürlich durch Anrufe und Kurznachrichten, die bei Pro 7 eingingen, andererseits jedoch auch durch die Blogosphäre. So haben sich franziskript.de, thelastbeat.com, Telagon Sichelputzer, johannesries.de, deep-resonance sowie der der Popkulturjunkie die Mühe gemacht, dieses Event live mitzubloggen und so die momentanen Impressionen festzuhalten. Auch mein Kumpel Andy hat eine abschließende Beurteilung formuliert.
Man scheint sich relativ einig zu sein, dass teilweise merkwürdige Gestalten auftraten und dass die ganze Sendung leider nur bedingt mit musikalischer Qualität aufwartete. Neben dem schlechten Ton, der zumindest in die deutschen Haushalte ausgestrahlt wurde, mache ich persönlich auch die Musikgeschmäcker dafür verantwortlich. Immerhin sind letztendlich manche der Künstler, die ich persönlich unter "Schrott" verbucht hätte, recht gut bepunktet worden. Bei Hip-Hop, Pop, Elektro-Pop, Mittelalter-Rock, Dancehall und weiteren Stilrichtungen dürfte es ziemlich unmöglich sein, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Dennoch bin auch ich der Meinung, dass wir bessere deutsche Künstler haben.
Ein weiteres angesprochenes Problem, das ich im Laufe des Tages öfters gehört habe: Die Möglichkeit, sein eigenes Bundesland zu bewerten. Ich betrachte dieses "Problem" eher als irrelevant. Da nur zwei der 16 Teilnehmer nicht die volle Punktzahl von ihrem Bundesland erhalten haben, kann man meines Erachtens von einer Konstanten sprechen. Zieht man jedem der Länder landeseigenen Punkte ab, so verändert sich lediglich die Reihenfolge der letzten 3 Plätze - und das ziemlich minimal. Ich denke also, dass sich dieser vermeintliche Fehler quasi selbst kompensiert.
Ansonsten spare ich mir eine großartige Rezension über die einzelnen Teilnehmer. Dies haben die angegebenen Autoren schon zur Genüge getan. Stattdessen gebe ich einfach ein persönliches Ranking ab, auch wenn es sich - in mancherlei Hinsicht - stark von dem Musikverständnis der restlichen Deutschen unterscheidet. Die angegebene Reihenfolge basiert nur auf dem spontanen, persönlichen Eindruck während des Anschauens der einzelnen Künstler und ist dementsprechend vollständig subjektiv und keineswegs zur Wissenschaft verkehrt ;-)
| Platz |
|
Ich |
|
 |
| 1 |
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SeeeD |
|
SeeeD (151) |
| 2 |
|
In Extremo |
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Revolverheld (136) |
| 3 |
|
Pyranja |
|
In Extremo (134) |
| 4 |
|
Massive Töne |
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Nadja Benaissa (104) |
| 5 |
|
Revolverheld |
|
OleSoul (70) |
| 6 |
|
TipTop |
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Marlon (59) |
| 7 |
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Toni Kater |
|
TipTop (53) |
| 8 |
|
200 Sachen |
|
Pyranja (50) |
| 9 |
|
TempEau |
|
Massive Töne (47) |
| 10 |
|
Reminder |
|
Diane (35) |
| 11 |
|
AK4711 |
|
TempEau (26) |
| 12 |
|
Nadja Benaissa |
|
200 Sachen (18) |
| 13 |
|
OleSoul |
|
Reminder (17) |
| 14 |
|
Marlon |
|
Toni Kater (12) |
| 15 |
|
Diane |
|
Die Raketen (10) |
| 16 |
|
Die Raketen |
|
AK4711 (6) |
Wie zu sehen ist, haben meine beiden Favoriten auch recht gut abgeschnitten. Dass SeeeD die beste Show abgeliefert hat, trifft sich natürlich wunderbar mit der Herkunft aus Berlin.
Für einen weiteren Song Contest im nächsten Jahr sollten die Einschaltquoten wohl reichen. Mal sehen, wer dann hier in Berlin auffährt.
Eine Frage bleibt jedoch nach dem gestrigen Abend: Wie werden die antretenden Bands ermittelt und wen sollte man für die teilweise doch sehr schlechte Repräsentanten-Wahl am besten auch auftreten lassen?