Seit der "Operation Boxenstopp" sind mittlerweile gute zwei Wochen vergangen und die betroffenden Raubkopierer sind mittlerweile vollends vergessen; zumindest beinahe. Denn das Hauptaugenmerk fokussiert sich derzeit immer mehr auf die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen - kurz GVU -, die anscheinend selbst recht stark involviert ist. Ein weiterer Artikel zu diesen Beschuldigungen ist gestern bei der Süddeutschen Zeitung erschienen.
Interessant finde ich in diesem Zusammenhang, dass die GVU keine der vorgeworfenen Taten bestreitet, sondern sie viel mehr noch rigoros zu verteidigen scheint. Auch die Statements des Geschäftsführers lassen mich weiter aufhören. Vor allem folgendes:
Sicher, staatliche Behörden dürften so nicht agieren. Insofern habe man die Nicht-Staatlichkeit der GVU für diese besondere Form der Ermittlungen genutzt. Doch lediglich in der Funktion eines „Katalysators“. Schließlich sei auch nichts Unrechtes geschehen.
Wenn ich das richtig verstehe, dann sagt Jochen Tielke, dass die GVU mehr Rechte als staatliche Behörden - sprich: die Polizei - habe. Das wage ich persönlich zu bezweifeln. Dass "nichts Unrechtes" geschehen sei bedeutet in diesem Zusammenhang doch, dass das Bereitstellen von Infrastruktur und geschütztem Material keine unrechten Handlungen darstellen, oder? ;-)
Aber auch weitere Schlussfolgerungen lassen sich aus den Ausführungen ableiten:
Die auf den GVU-Servern zum „Raub“ angebotenen Filme seien dort im Einverständnis mit den Rechte-Inhabern abgelegt worden.
Bedeutet dies, dass das Material auch weiter kopiert werden darf? Somit könnte man bei Peer-to-Peer eigentlich auch nicht mehr sofort von unrechtmäßigen Quellen ausgehen. Wenn es Rechteinhaber gibt, die ihr Einverständnis zur Bereitstellung geben, dürften die Grenzen hier sehr leicht verschwimmen. Ich bin sehr auf die weitere Entwicklung gespannt.
Wer anderen eine Grube gräbt ...