Montag, 12. September 200509.09.-11.09. - Widucon 1 - "Die Schenke zum Schicksal"Widucon 1 - "Die Schenke zum Schicksal" Plot Das Rezept der „freien Orga“ ging um Einiges besser auf, als vorerst von mir vermutet. Doch alles der Reihe nach. Intime (Wer dabei war möge es überspringen oder aus meiner Perspektive noch einmal rekapitulieren) Der Aufhänger war vor allem für Kristalis recht interessant: Ein Orakel an einer Schenke. Klar, dass wir uns nach dort aufmachen! Dort angekommen stellen wir beruhigt fest: Alles verläuft einfacher und gemütlicher als sonst. Das erste, was wir in der Gegend sehen, ist ein Zelt, vor dem einige seltsam leuchtende Kugeln stehen. Noch bevor wir richtig angekommen sind, begegnen wir dem Orakel in seinem Zelt und Kristalis lässt es sich natürlich nicht nehmen, mit selbigem zu plaudern. Unser Glück: Diesmal ist es wohl männlich und bietet daher keine Angriffsfläche für nicht erwiderte Liebe. Ein paar Schritte weiter befinden wir uns schließlich bei der Schenke. Ein leckeres Abendessen wartet auf uns und für einen moderaten Preis erhält man selbiges sowie Unterkunft. Alles ist ruhig und gemütlich; so muss ein Abenteurer-Leben sein! Des Nachts sind zudem noch ein paar grün leuchtende Augen im Wald zu erkennen, die von einem wolfsähnlichen Tier zu stammen scheinen. Selbigem wird jedoch recht schnell der Garaus gemacht und – so kann ich vorweg nehmen – der erste und letzte Kampf dieses Cons positiv für uns entschieden. Die Verwicklungen der Schatzsuche am nächsten Tag sind vielfältig. Das Orakel „vergibt“ den Auftrag an Kristalis und die zwei anwesenden Jäger der Nacht, den Schatz, den der Händler sucht, dem rechtmäßigen Besitzer zukommen zu lassen. Ein rätselhafter Orakelspruch ist schneller gedeutet, als gedacht und so finden wir in der Taverne ein Bild, welches auf der Rückseite Aufschluss über den Aufenthaltsort des Schatzes geben kann. Kristalis beweist Verhandlungsgeschick (*hust), als er dem Wirt, der den Preis für das Bild schon nannte, mitteilt, was wir damit vorhätten. Die verschlüsselte Botschaft, so stellt sich heraus, ist – wie von mir vermutet – via monoalphabetischer Substitution verschlüsselt. So sind Elentir, Tyrobal und ich recht schnell mit dem Code fertig. Lediglich das Ersetzen der verschlüsselten Buchstaben nimmt ein wenig Zeit und Anstrengung in Anspruch. Währenddessen sitzt auch Xadys an Rätseln, die ihn von seinem Meister gesandt wurden. Diese scheinen allerdings sehr viel kniffliger zu sein, als das unsrige. Allerdings erregen wir recht viel Aufsehen; als wir schließlich losgehen, ist fast das gesamte Lager mobil, um uns zu folgen. Unterwegs folgen wir den Anweisungen falsch und als Kristalis schließlich eine böse Überraschung mit Kontaktgift an jemandes Hand erlebt, treten einige wenige – inklusive mir – den Rückweg an. Kristalis, dem es nach Kurzem besser zu gehen scheint, verfällt später in ein Delirium und beginnt zu halluzinieren. Das Gegengift ist jedoch bald gebraut und auch die letzten Nachwirkungen an der Hand sollten sich später bereinigen lassen. Nach ungefähr zweieinhalb Stunden und vielen Bedenken unsererseits, kehren die Schatzsucher endlich zurück; ohne Erfolg. Als wir später schließlich erneut mit einer Schaufel losgehen, finden wir den vermeintlichen Schatz: Eine Kerze in einer Dose. Da selbiger Schatz aus dem „Kreise der tanzenden Flammen“ stammte, dachten wir, ein Teil dieses Kreises in der Hand zu halten und kehrten zurück. Nach einigen Beratungen einigen wir uns darauf, sie dem Orden später vorbeizubringen, sobald wir diese Schenke verlassen. Als der zweite Trupp, der noch weiter graben wollte, wiederkehrt, machen sie eine unschöne Entdeckung: Der Steckbrief, der des morgens gefunden wurde und dem keiner bisher kaum Beachtung geschenkt hatte – er wies immerhin weder Siegel noch Verfahrensweisen mit dem Gesuchten auf; und auch die Erkennungsmerkmale waren mehr als dürftig – befand sich, blut-verschmiert auf einem Stuhl drapiert, in unserem Schlafhaus. Ich folgere spontan eine Warnung des Gesuchten oder eine „hat sich erledigt“-Botschaft eines fleißigen (Kopfgeld?-)Jägers. Beide Vermutungen stellen sich jedoch als falsch heraus. Die drei Gestalten, die über den ganzen Tag hin und wieder im Lager auftauchten und beobachten, erzählen mir schließlich, weshalb sie größtenteils mir folgen: Der Hauch ihrer Göttin (Anmerkung: Immer noch eine Toten-Göttin!) umwehe mich. Ein wenig später spezifizieren sie diese Aussage: Jemand habe vor mich umzubringen. Nach einigen weiteren Gesprächen, die über den Abend verteilt mit ihnen stattfinden, ergibt auch der Steckbrief auf einmal Sinn: Ich bin zwar auf der Zeichnung kaum zu erkennen und auch die angegebenen Merkmale treffen nur sehr bedingt auf mich zu, allerdings stand der besagte Stuhl mit selbigem Steckbrief genau neben meinem Schlaflager. Auch mein Verdacht, meine Tasche sei am Tage durchwühlt worden, erstarkt wieder in mir. Derweil zeigt sich unsere – vermutete – Schatzsucher-Rivalin schon lange nicht mehr. Sie scheint verschwunden zu sein und schließlich gibt ein Orakel-Spruch Klarheit: Wir haben versagt. So galt die Kerze als erfolgreiches Ablenkungsmanöver. Durch das Entschlüsselungs-Unterfangen ein wenig von meiner anfänglichen Paranoia abgelenkt, wohne ich noch dem Ende der Meisterprüfung Xadys’ bei, die schon seit langem im Gange ist. Nachdem diese erfolgreich abgeschlossen ist, bittet mich eine der Gestalten erneut um ein Gespräch. Schließlich überraschen mich die anderen Beiden im Dunkeln. Nach einem kurzen, einschlägigen Monolog wird mir als „letzte Warnung“ ein Schnitt am Hals zugefügt und die Gestalten verschwinden. Outtime Axels Schatzsuche wies wesentlich mehr Facetten auf, als gewohnt. Vor allem die Verstrickungen der beiden rivalisierenden Spieler, die sich durch den Händler anwerben ließen, sorgte für nicht unbeträchtliche Spannung im Lager, da man sich ansonsten auch nie sicher sein konnte, wem man trauen konnte. Dennoch gab es keine Feindseeligkeiten und es konnte mit jedem super zusammengespielt werden. Dazu später mehr. Für den – auf meiner Hintergrundsstory aufbauenden – Plot noch mal ein Dankeschön an alle Beteiligten von mir. Wie ich später erfuhr, waren auch die Gestalten – eigentlich Meuchler - nur durch den Steckbrief und einen „Auftrag“ gebrieft. Dass es sich dabei um mich handelte, mussten auch sie erst ergründen. Sehr schöner Aufhänger also für beide Seiten! Orga & SL Die SL-Präsenz war beinahe allzeitig gegeben. Ansich war trotz mangelnder Funkgeräte immer eine der drei zugegen und auch mit den meisten Plot-Elementen vertraut, auch wenn sie teilweise (N)SC-Rollen übernahmen. Durch die wunderschön aufgebauten Plots erübrigten sich meistens, zumindest von meiner Seite aus, Fragen an die SL, so dass ein reibungsloses Spiel möglich war und die SLs eigentlich kaum benötigt wurden. Auch die von ihnen dargestellten (N)SCs besaßen die nötige Tiefe und waren alles sehr überzeugende Charaktere. Mehr bleibt an dieser Stelle nicht zu sagen, obwohl die grandiose Leistung noch sehr viel mehr Platz verdient hätte! SCs Die recht überschaubare Gruppe von gut 15 Spielern hat sehr viel schönes Spiel zu Tage gebracht. Dies ist wohl der erste Con von dem ich behaupten kann, wirklich alle Charaktere kennen gelernt zu haben. Alle waren wirklich ausnahmslos konsequent intime und überzeugten durch schönes Rollenspiel. Auch das geringe Konfliktpotential im Rahmen der Schatzsuche war sehr angenehm. Eine berechnende junge Frau, die am Ende die große Gruppe der „Guten“, ihren eigenen Begleiter sowie ihren Auftraggeber an der Nase herumgeführt, einen Schatz eingesteckt und sich aus dem Staub gemacht hat, soll hier ihr verdientes Lob erhalten. Wenn ich es richtig verstanden habe, sogar noch mehr als das: Auf dem ersten Con so schönes Rollenspiel abzuliefern (stets verschwiegen, kühl und berechnend zu wirken) und am Ende ausnahmslos alle durch gekonnte Strategie im Regen stehen zu lassen, war eine der besten Spieler-Aktionen, die ich je miterlebt habe. Ich ziehe den imaginären Hut. Hinzu kommen auch noch die Springer-Spieler, die durch NSC-Einlagen (dem Prinzip der „freien Orga“ entsprechend) dem Spiel noch weitere Tiefe und Spielmöglichkeiten gaben. Ich habe wirklich niemandem mit seinem eigentlichen Charakter verwechselt; sowohl vom Verhalten als auch von der Gewandung her waren beide Charaktere nie zu verwechseln, was erneut von gutem Rollenspiel zeugt. Natürlich seien hier noch einmal meine drei schwarzen Gestalten erwähnt, die ihre Sache bis zuletzt wirklich gut gemacht und mich stets auf Trab gehalten haben. Teilweise eine halbe Stunde in der Gegend herum zu starren, bereicherte das Ambiente doch teilweise ungemein. Zudem wirkte es nie lächerlich, wenn sich ein Charakter entschloss, sich zurückzuziehen. Ganz großes Kino Leute! NSCs Die wenigen Festrollen-NSCs wirkten genauso stimmig wie die SCs. Der Wirt, seine Frau und der Knecht waren wirklich wunderbare Charaktere. Auch sie besaßen alle das notwendige Profil um eigentlich als vollständige SCs durchzugehen. Auch hier uneingeschränktes Lob, bis auf das „Outtime-Kasse“, welches ich einmal vernahm. Location Die schönste, die ich je gesehen habe: Nichts war erkennbar outtime. Decken für Schlafsäcke, Outtime-Taschen unter Tischen sind die kleinen, die sogar intimigen Toilletten größere Dinge, die ausnahmsloses Ambiente hervorbrachten. Ein schöner Wald, tolle Hütten, Sitzgelegenheiten, Wasser- und Kochstellen und derer Dinge mehr sorgten wirklich für überwältigende und mehr als gemütliche Stimmung. Unterbringung An dieser Stelle noch mal ein Dankeschön an die Orga, die uns einen Schlafplatz in einer der Hütten bereitstellten! Wie schon dargestellt war auch diese sehr ambientig und gliederte sich super in das Gesamtbild ein. Bei der glücklichen Witterung wäre Zelt (dass man erstmal hätte haben müssen *pfeif*) wohl auch kein Problem gewesen, jedoch war die Hütte wesentlich bequemer zu handhaben und auch wesentlich geräumiger als ein Zelt, so dass es wirklich gemütlich wurde. Ausstattung Da man sich im Low-Fantasy-Bereich bewegte, fielen aufwändige Ausstattungen, vor allem von Monstern, natürlich weg. Das, was dargestellt wurde, sah allerdings stets sehr stimmig aus. Jedoch stimmte ansonsten auch an dieser Stelle alles: Die Lichtkugeln des Orakels sowie die leuchtenden Augen des Wolfsvieches (was sollte das eigentlich?) erzeugten die gewünschte Stimmung. Auch der Schatz, den sich später erblicken durfte, war sehr schön gestaltet. Preis Der absolute Hammer! 20,- € für drei Tage sind der billigste Preis, den ich je bezahlen musste. Auch der sich daraus ergebene Tagespreis macht unterbietet beinahe sogar halbtägige Larpies. So denke ich, dass meine (leider nicht üppig ausfallende – Schülerbudget halt) Vereinsspende mehr als berechtigt war! Fazit Definitiv der beste Con, dem ich je beiwohnen durfte! Hier wurde vieles geboten, dass ich mir schon lange erwünscht habe: Ein bodenständiger Plot mit Spannung, die weder durch Kämpfe noch durch unnatürliche Geschehnisse aufrechterhalten wurde, ausgiebige Interaktion zwischen allen Charakteren, liebevolle Darstellung, tolle (Nicht-Spieler-)Charaktere mit Profil und nachvollziehbaren Motiven, eine vollständig stringente Handlung und eine Orga, die im Rahmen der Möglichkeiten auf die anwesenden Charaktere eingegangen ist, ohne es lächerlich oder unnatürlich („Oh, ihr auch ein persönliches Erlebnis?“) wirken zu lassen. Zumindest mein Charakter besitzt nun wieder ein Stück Tiefe, Handlungsmotive und auch Erfahrung – vor allem beim Dechiffrieren – mehr. Ich bedanke mich bei allen Beteiligten, die mir dieses wunderschöne Wochenende ermöglichten! Es erleichtert mir den Start in die nächsten Wochen, die wohl recht aufwändig werden und lässt mich mit einigen Inspirationen und Glücksgefühlen zurückdenken. Der Preis, die Unterbringung, das Gelände, die Spieler, der Plot, das Essen, das Ambiete und alle weiteren Punkte lassen diesen Con wirklich außer Konkurrenz in meine Rangliste eintreten. Wirklich schade, dass in Berlin solch ein Low-Fantasy-Spielgefühl kaum gegeben ist. Am Ende war wirklich noch so viel Spielpotential vorhanden, dass wir auch, ohne Komplikationen, den Sonntagvormittag noch hätten bespielen können. Das ist, so habe ich immer wieder festgestellt, eine Entwicklung, die mittlerweile super selten ist. Das abschließende Fazit lautet also: Konkurrenz- und ausnahmslos spitze. Noch mal ein riesiges Danke an alle und auf hoffentlich baldig erneutes Zusammenspiel! Anmerkung: Dieser Charakter ist nun ein knappes Jahr bespielt. Zum ersten Mal werde ich nun die Hintergrundgeschichte erweitern (müssen *g*). Und auch dieser Abschnitt wird von warmen September-Tagen handeln. Trackbacks
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