Ich habe mir diese Woche den zweiten Tonträger dieses Jahres gekauft: "Sinnflut" von Curse. Da sich meine Begeisterung für neue Musik mittlerweile recht in Grenzen hält, habe ich mich natürlich zuvor mit dem kommenden Album beschäftigt - und mich für den Kauf entschieden.
Curse bleibt auch diesmal seiner Linie treu; schon der Titel weist darauf hin. Die Anlehnung an eine 'Sintflut' zeigt wohl die gewaltige Kraft, die von dem Album ausgehen soll. Der verwendete Ausdruck 'Sinnflut' zeigt jedoch, wohin Curses Intention geht: Er will abermals mit Sinn fluten.
Der anhaltende, aus Hamburg übergeschwappte Trend macht jedoch auch leider auch vor Curse nicht halt: Aufgedunsenere, poppigere Beats und weniger Textqualitäten. Dennoch gelingt es ihm, trotz fetterer Beats, seine Textqualitäten nur geringfügig davon beeinflussen zu lassen.
Wenn sich Curse mit Themen auseinandersetzt, tut er dies gründlich, das hat er schon in der Vergangenheit bewiesen - so auch diesmal. Wahrscheinlich ist das auch einer der Gründe, warum 14 der 16 Songs nicht unter 4 Minuten liegen. Die Tiefsinnigkeit des Albums, die schon durch den Titel verdeutlicht wird, stellt sich wahrhaftig ein; und so habe ich mich für den Kauf des Albums entschieden. Nicht zuletzt auch deswegen, weil Curse zu Weihnachten im Jahre 2003 'einfach mal so' eine EP ("Feuer über Deutschland") zum kostenlosen Download gestellt hat. Dass er auch diesmal wieder an seine Fans gedacht hat, durfte ich erfreut feststellen: Vor dem Release des Albums gab es die Möglichkeit, jeden Song im Vornherein teilweise zu hören und zu jedem Song eine Videobotschaft von Curse anzusehen, in der Curse über das entsprechende Lied gesprochen hat.
Leider ist für mich auch hier - wie bei nahezu allen Tonträgern des deutschen Hip-Hops dieses Jahres - ein Qualitätsverlust gegenüber den älteren Alben zu verbuchen; auch, wenn dieser vergleichsweise sehr gering ausfällt. Eben dies ist der Grund, weshalb dieses Album der zweite und letzte Tonträger dieses Jahres für mich sein wird. Qualität und Motivtreue wird von mir, als Kunden, honoriert. Es scheint jedoch, als sei heutzutage ein gewisser Qualitätsverlust nicht abzuwenden, wenn man von seiner Musik leben möchte. Denn im verschärften Wettbewerb und geschwächter Kaufkraft der Verbraucher muss die Musik wohl mehr Menschen gefallen, als je zuvor...
"Sinnflut" bei Amazon
Rezension bei Laut.de